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(HSG Nordhorn) |
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Nachwuchsförderung statt Ausländerbeschränkung
Am kommenden Samstag nimmt die Liga ihren Spielbetrieb mit dem Match der HSG Nordhorn bei MT Melsungen (Anwurf 18.00 Uhr) wieder auf. Doch noch klingen das Großereignis EM und das unerwartet gute Abschneiden der deutschen Mannschaft nach. Henk Groener, seit rund einem halben Jahr HSG-Verantwortlicher in Sachen Marketing, bewertet in einem ausführlichen Gespräch das Ergebnis und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Liga. Die Mannschaft des Deutschen Handball-Bundes belegte bei der Europameisterschaft in der Schweiz Platz fünf und erreichte damit ein weitaus besseres Ergebnis als viele Experten ihr zugetraut haben. Auch für Sie überraschend?
Groener: Ich war mir schon sicher, dass das Team zu mehr in der Lage ist, als ihm vor der EM prognostiziert wurde. Aber mit diesem Ergebnis habe ich nicht gerechnet. Das Team hat lediglich ein Match verloren ? und das gegen den späteren Europameister Frankreich. Das zeigt, dass die jungen Talente zu weit mehr in der Lage sind, als ihnen zugetraut wurde. Hilft Ihnen das positive Ergebnis bei der täglichen Arbeit für die HSG?
Groener: Gute Ergebnisse der Nationalmannschaft und viele TV-Übertragungen helfen natürlich, die Marke Handball weiter voranzutreiben. Was gut ist für den Handball kann sich jeder Verein zu Nutzen machen Trotz des großartigen EM-Ergebnisses mehren sich im Umfeld der Nationalmannschaft Stimmen, dass die Liga zu wenig für die Auswahl tut. Brand, Bredemeier und Co fordern mehr Einsatzzeiten für deutsche Talente.
Groener: Bei diesem Ergebnis kann man doch nicht sagen das der Nachwuchs kein Spielraum bekommen hat. Trotz Umbruchs und zahlreicher Verletzungen belegte die Mannschaft den fünften Platz. Die Bundesliga ist doch der Plattform wo sich die deutschen Talente täglich mit Weltstars messen können. Die Liga tut definitiv nicht zu wenig. Die Spieler, die es braucht, um einen starken Nationalmannschaftskader zu formen, wird es immer in der Liga geben. Aber seit den Tagen des Bosman-Urteils ist die Luft für deutsche Spieler in der Liga wirklich dünn geworden.
Groener: Und was ist mit der Nationalmannschaft passiert? Die hat seit 1998 eine unglaubliche Erfolgsserie hingelegt. Das hat ursächlich mit der Liga zu tun, von dem auch die Nationalmannschaft profitiert. Egal, ob Deutscher oder Nicht-Deutscher: wenn du in der Liga bestehen willst, musst du talentiert sein und den Willen zur Leistung haben. Das geht nicht mit Sonderregelungen. Also ist eine freiwillige Selbstbeschränkung der Ausländer pro Team aus ihrer Sicht keine tragbare Alternative?
Groener: Davon halte ich nichts. Man kann in einer Profiliga keine zusätzlichen Plätze schaffen. Es macht viel mehr Sinn eine bundesweite, vernünftige Nachwuchsarbeit aufzubauen. Auch da sollten die Bundesligavereine eine Vorreiterrolle übernehmen, das ist momentan nur vereinzelt der Fall. Es wird viel profitiert von der guten Nachwuchsarbeit in kleineren Vereinen. Können Sie sich vorstellen, dass ein wie auch immer gearteter Solidarpakt für den Nachwuchs überhaupt zustande kommt und nicht schon an den massiven Eigeninteressen der Vereine scheitern wird?
Groener: Kein Verein in Deutschland wird sagen: Na, gut, in dieser Saison spielen wir nur um den Klassenerhalt, weil wir dem Nachwuchs eine Chance geben wollen. Wir haben die stärkste Liga der Welt und sollten uns nicht selbst beschneiden. Besser ist es, ? ich wiederhole mich ? die Nachwuchsarbeit bundesweit zu fördern, als der Liga eine Selbstbeschränkung aufzuerlegen. Auch die HSG Nordhorn setzt auf europäische Spitzenklasse und hat lediglich drei Spieler mit deutschem Pass unter Vertrag. Was kann speziell die HSG tun, um der DHB-Auswahl im Speziellen und dem Handball im Allgemeinen zu helfen?
Groener: Wir können und müssen, wie viele anderen Erstligisten auch, unsere Jugendarbeit weiter ausbauen. Die Vorbildfunktion der Spitzenspieler ist aber auch ein wichtiger Faktor bei der Entwicklung der Talente. Allerdings kristallisiert sich die absolute Spitze nicht im Jugendbereich heraus, sondern im Ligaalltag. Dort müssen sich die Talente beweisen. Und wem das in einer solch starken Liga gelingt, der ist auch für höhere Aufgaben prädestiniert. Die HSG selbst macht im Europacup Werbung für den deutschen Handball.
Groener: Das Abschneiden der HSG international bringt den deutschen Handball natürlich ein kleines Stückchen voran. Genauso wie die Erfolge der Nationalmannschaft auch den Vereinen helfen, unterstützen internationale Vereinserfolge den gesamten Handballsport in Deutschland. Deuten sich bei der HSG im Nachwuchsbereich deutsche Talente an, die den ganz großen Sprung schaffen könnten?
Groener: Diese Beurteilung steht mir als Marketing-Leiter nicht zu. Das ist allein Sache des Trainers. Wird es Gespräche zwischen der sportlichen Leitung des DHB und der Ligavertretung geben?
Groener: Ich hoffe doch. Es gibt auch über die Nachwuchsdiskussion hinaus diverse zentrale Themen ? ich denke da z.B. an die angesprochene Reduzierung der Liga von 18 auf 16 Teams sowie die Intensivierung der Wettbewerbskalender durch das geplante Olympia-Qualifikationsturnier ?, die gemeinsam diskutiert werden müssen. Die Liga muss aufpassen, dass ihr Niveau nicht durch die Flut von Großveranstaltungen kaputt gemacht wird. Die EM-Spieler sind nach dem Kräfte zehrenden Turnier in einer derartigen Verfassung, dass auch eine Verletzungswelle befürchtet werden muss. Vereine, Verbände und Föderationen müssen sich rasch Gedanken machen, wie sie auch künftig hochkarätigen Sport garantieren wollen. Das Gespräch führte Arnulf Beckmann Noch Restkarten für Heimspiel gegen Lemgo Noch können Tickets für das Heimspiel gegen den TBV Lemgo (19. Februar, Spielbeginn 17.00 Uhr) erstanden werden. Einige wenige Sitzplatzkarten und Tickets im Stehplatzbereich sind noch vorhanden und können unter der Telefonnummer 05921/79600 geordert oder direkt in der HSG-Geschäftsstelle (Nordhorn, Bahnhofstraße) abgeholt werden. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Kartenvorverkaufsstelle in Lingen bei Tabak & Wein Appelhans in der Burgstraße 10 (Tel. 0591 / 3461), am Samstag durchgehend geöffnet in der Zeit von sieben bis 16 Uhr. Europacup-Spiele angesetzt Die HSG Nordhorn bestreitet ihr Hinspiel im Viertelfinale des Europacup der Pokalsieger gegen den Schweizer Vertreter Kadetten Schaffhausen am Sonntag, 26. Februar 2006, um 17 Uhr im Euregium. Karten für diese Begegnung können unter der Telefonnummer 05921/79600 geordert oder direkt in der HSG-Geschäftsstelle (Nordhorn, Bahnhofstraße) abgeholt werden. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Kartenvorverkaufsstelle in Lingen bei Tabak & Wein Appelhans in der Burgstraße 10 (Tel. 0591 / 3461), am Samstag durchgehend geöffnet in der Zeit von sieben bis 16 Uhr. Das Rückspiel in der Schweiz findet am darauf folgenden Samstag, 4. März statt. Wer mitreisen will, kann Busreise und Übernachtung für 85 Euro ebenfalls in der Geschäftsstelle buchen. Als verbindliche Anwurfzeit wurde 18.00 Uhr festgesetzt. Die Viertelfinalspiele der HSG im Überblick:
Sonntag, 26. Februar, 17.00 Uhr: HSG Nordhorn ? Kadetten Schaffhausen
Samstag, 4. März, 18.00 Uhr: Kadetten Schaffhausen ? HSG Nordhorn Fanreisen auch nach Melsungen und Kronau Auch zu den beiden schweren Auswärts-Aufgaben der HSG Nordhorn in der Bundesliga bei MT Melsungen und bei der SG Kronau/Östringen organisiert die Geschäftsstelle erneut Busreisen zu den Spielen. Die Fahrt kostet 10 Euro ohne Ticket. Wer Interesse hat, das Team zu begleiten, kann sich für das jeweilige Reisepaket unter der Telefonnummer 05921/79600 oder direkt in der HSG-Geschäftsstelle (Nordhorn, Bahnhofstraße) anmelden.
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Original-Pressemitteilung
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Artikel
vom 09.02.2006, 14:21 Uhr
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